Schnitzel in Stuttgart – Teil 4: Das Schnitzelkönig / Stuttgarter Biergarten West

Bevor hier Verwirrung aufkommt – nein, ich habe zu den ersten drei Teilen nichts geschrieben, ihr habt also keinen Beitrag versäumt. Teilen? Ich erkläre es euch:

#SchnitzelS

Was ist SchnitzelS? Inspiriert vom SchnitzelFFM wollten wir das auch in Stuttgart machen – gepflegt mit anderen leckere Schnitzel essen gehen. Einigermaßen regelmäßig. Keiner wird gezwungen, dann tatsächlich Schnitzel zu essen, bislang haben das aber alle getan. Zur Planung gibt es eine Webseite bei mixxt. Dort wird das jeweils nächste Schnitzelessen als Event angelegt und wer Lust hat, meldet sich an und kommt. No-Show-Quote: Bislang NULL! Dreimal waren wir bislang essen:

Und was soll ich sagen – es hat immer geschmeckt, ich bin immer satt geworden – und es waren immer nette Menschen dabei. Wer allerdings Vorbehalte gegenüber Menschen pflegt, die ihr Essen fotografieren, die ihr Handy auf dem Tisch liegen haben oder auch mal während dem Essen mit einem Tablet rumspielen, dem wird das wohl eher nicht so gefallen ;) Highlight war sicher das für gesondert kreierte Schnitzelmenü im Klein und Fein! So, jetzt aber zum letzten Schnitzelessen.

Schnitzelkönig / SchnitzelS #4

Donnerstag, 10.11.2011, kurz vor 19 Uhr. Ich steige an der Stadtbahnhaltestelle „Herderplatz“ aus der U9 aus, orientiere mich kurz und laufe prompt einmal mit der Kirche ums Dorf, um dann auch Ralph zu treffen, der ebenfalls den Eingang suchte ;) Also als Tipp: Entgegen der Fahrtrichtung der Stadtbahn (von der Stadtmitte her kommend) den Weg hoch laufen, oben sich dann nach ein paar Metern rechts halten, Treppe runter, rein aufs Sportplatzgelände und schon steht man vor dem Eingang des Schnitzelkönig.

Drinnen alles rustikal, es ist eine „einfache“ öffentliche Sportgaststätte. Uns hat mal einen großen langen Tisch reserviert, die Wirtin war sehr aufmerksam (bis kurz vor Ende, als wir bezahlen wollten), wir mussten also nie Durst leiden. Die ersten beiden waren schon da, die andere kamen kurz danach, so dass wir innerhalb weniger Minuten mit 8 Personen vollzählig waren. Die beiden Damen bestellten dann ein kleines Schnitzel, die Herren alle ein großes Schnitzel – auf der Karte der Hinweis: „Nur für eine Person“. Ich ahnte dann schon, dass die Portion etwas größer wird, bestellte ab leichtfertig dennoch Pommes mit dazu.

Ich sage nur: „Autsch!“ – das waren mega Portionen! Das große Schnitzel waren zwei der kleinen Schnitzel, diese dafür deutlich größer, als Schnitzel in vielen anderen Gaststätten angeboten werden. Und besonders wichtig: Die waren nicht groß geklopft, sondern alle rund 2-3 cm dick! Echtes Fleisch also, kein Formfleisch oder so Zeugs. Und auch sehr, sehr lecker ohne Fett oder Knorpel. Für 9,20 EUR bekam man also einen riesigen Berg an Schnitzel (mit Brot und Soße) und die Pommes kosteten 3 EUR.

Ich habe im Schnitzelkönig zum ersten Mal seit sehr langer Zeit es nicht geschafft, meine Portion aufzuessen – und ich esse ja doch eher viel und hatte nie Probleme mit Schnitzel aufessen – nicht einmal bei Oma Kleinmann in Köln (eine 100 %-ige Empfehlung für Köln!). War dann ganz beruhigt, dass das anderen am Tisch ebenso ging und war im Gegenzug erstaunt, was ein anderer unserer Gesellschaft verdrücken konnte, der sich erbarmte, unsere Reste zu vertilgen ;)

Wie so ein Schnitzel dort aussieht?

Schnitzel im Schnitzelkönig im Stuttgarter Westen

Großes Schnitzel mit Pommes im Schnitzelkönig im Stuttgarter Westen

Wenn man das Besteck oder das Weizenglas als Maßstab dazu nimmt, sieht man, wie groß die sind..

Fazit:

Der Test des Schnitzelkönig im Stuttgarter Westen war ein voller Erfolg. Alle satt, allen hat es geschmeckt. Und einen Obstler gab es noch aufs Haus – auch hierfür herzlichen Dank an die sehr herzliche Wirtin!

Und weil es mir so gut geschmeckt hatte, war ich am Freitag nochmal da – musste mir ja den Mayortitel bei Foursquare sichern ;) Und da ich am Vortag ja schon Schnitzel hatte und weitere Leibspeise bei mir Cevapcici ganz hoch im Kurs stehen, habe ich dann die dort genommen. Und auch diese waren verdammt lecker – sehr gut gewürzt und die Portion hat mir ebenfalls gereicht zum Sattwerden, auch wenn ich das auf dem ersten Blick etwas bezweifelte.

Cevapcici im Schnitzelkönig im Stuttgarter Westen

Cevapcici im Schnitzelkönig im Stuttgarter Westen

Ich denke, ein größeres Lob, als am Folgetag nochmal hinzugehen, kann man einer Gaststätte nicht aussprechen. Übrigens auch ganz nett – ein großes Bücherregal steht für euch bereit. Dort könnt ihr nach Lust und Laune schmöckern.

Und wer noch mehr Bilder von Essen sehen will – entweder die Ausstellung About to be eaten besuchen in Stuttgart oder mir bei picplz folgen.

WERBEBLOCK

About to be eaten – Eine Ausstellung ganz nach meinem Geschmack


Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne esse. Und auch gerne Essen gehe. Und nicht nur das – ich fotografiere mein Essen gerne. Da bin ich auch nicht ganz allein – Schnitzel Stuttgart oder die Pl0gbar zeigen, dass andere das auch tun. Meine Bilder landen über Picplz bei Twitter, Facebook, Posterous und teilweise bei Foursquare. Andere stellen sie über spezielle Services wie Foodspotting online. Das Ganze lässt sich aber steigern. Denn es gibt hier eine neue Königsdisziplin:

Die Ausstellung

Ja – eine Galerie nur mit Essensbildern! Rund 3.000 an der Zahl! Ein absolut sehenswertes Novum (zumindest für mich – sehenswert und ein Novum).

About to be eaten nennt sich die Ausstellung in der Galerie  ak1 in Stuttgart. Der Fotokünstler Jonas Braukmann hat drei Jahre lang sein Essen fotografiert. Knapp 3.000 Bilder sind es geworden, die man nun in der Galerie sehen kann. „Echte Bilder“ mag ich sie nennen, denn es sind durchweg Bilder, wie jeder sein Essen jeden Tag sieht. Mal etwas gehobeneres, meist aber Pasta und ähnliches. Nicht kunstvoll hergerichtetes Essen, sondern so, wie es in den meisten Haushalten auf den Teller kommt – also Essen wie bei Dir und bei mir.

Freitag abend war die Vernissage – und die Bude war voll. Also richtig voll. Die Galerie ak1 in der Firnhaberstrasse ist ca. 80 qm „groß“. Eine ehemalige Wohnung, in der nackte Wände sind – und diese wurden komplett mit den Bildern vollgepflastert. Eins an den anderen, eines über dem anderen. Für meinen Geschmack isst der ja eindeutig zu wenig Schnitzel und Maultaschen. Aber trotzdem viele leckere Dinge ;)

Vernissageankündigung About to be Eaten

Vernissageankündigung About to be Eaten – Ausstellung von Jonas Braukmann

Vernissage

Die habt ihr nun tatsächlich verpasst. Das war ein tolles Happening mit Hendrik Haase aka Wurstsack. Der hat dort eine Kochperformance hingelegt und es gab diverse Speisen. In Schälchen direkt kalt an der Wand, was man erst einmal als Essen für die Gäste identifizieren musste – eben keine Deko wie im ersten Moment gedacht. Und warmes Essen frisch zubereitet – Stichwort hierzu: Slowfood! Hendrik hatte hierzu auch vorab gebloggt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26.11.2011 zu sehen:

Galerie ak1
(Andreas Körner)
Firnhaberstrasse 1
70174 Stuttgart
http://www.galerie-ak1.de

Auf dem Flyer stehen als Öffnungszeiten mo bis fr 10-18.30 Uhr, sa 12 – 17 Uhr. Sicherheitshalber aber auch die Telefonnummer merken oder im Nachbarhaus klingeln, wenn die Türe gerade verschlossen sein sollte: +49 (0)711-50 87 38 40

Für mich war es ein sehr schöner Abend mit vielen tollen Bildern – also schaut auch mal noch vorbei.

Dazu gibt es noch einen Aufruf zur „Sup-Kultur“: Am 21.11.2011 ab 19.30 Uhr wird Suppenköchin Heike nach dem Motto „gemeinsam zusammengetragen und gelöffelt“ eine Suppe zubereiten. Einlass nur mit Zutaten zur Suppe oder einem Gedicht!