Ok ok, die Überschrift ist natürlich Quatsch. Aber eure Aufmerksamkeit habe ich jetzt, oder?

Für den 21.11.2012 wurden zahlreiche Blogger aus Baden-Württemberg vom Staatsministerium (genauer: vom Referat Landesmarketing und Veranstaltungen), in diesem Fall vertreten von Herrn Andreas Schüle, in die Staatskanzlei in der Villa Reitzenstein (Stuttgart) eingeladen. Warum? Nun, das Land Baden-Württemberg wollte laut Einladung die bislang gemachten Erfahrungen mit der Online-Kampagne, deren Herzstück die Seite www.BW-jetzt.de ist, mit uns, die wir uns in diesem Netz rumtreiben, austauschen. Ob das gelungen ist, dazu erfahrt ihr hier meine Meinung.

Schon die Anfahrt in die Villa Reitzenstein war ganz nett, dachte ich mir doch schon, dass ich in der Stadtbahn die ersten bekannten Gesichter sehen werde – und lief prompt Jan (unter dem Link findet ihr auch gleich seinen Rückblick auf die Veranstaltung) in die Hände. Beim Ausstieg folgten aus anderen Wagen dann auch noch Harald, Johannes, Thilo und Aline. Ihr seht schon, wo das hinführt – ein mini Klassentreffen war angesagt. Und tatsächlich kannte ich von den ca 25-30 Teilnehmern dann bis auf 2-3 alle :-)

Ankunft und Begrüßung

Schön hergerichtet war der Gobelinsaal für uns – und auch Hungern mussten wir nicht, denn es gab leckeren Kuchen:

Bild vom Gobelinsaal mit dem Kuchen

Begrüßt wurden wir von der Ministerin im Staatsministerium, Frau Silke Krebs. Sie stellte die Strategie hinter der Kampagne vor. Die bereits seit über 13 Jahren bekannte Kampagne “ Wir können alles. Außer Hochdeutsch“, mit der in der Vergangenheit vor allem Investoren angesprochen werden sollten, sollte nicht ganz fallen gelassen werden und entsprechend angepasst zur Ansprache von jungen Fachkräften verwendet werden. Vor allem sollen junge Menschen außerhalb von Baden-Württemberg angesprochen werden – auf Rückfrage teilte Frau Krebs weiter mit, das auch die hier lebenden jungen Menschen selbstverständlich gehalten werden sollen.

Ziele der Kampagne

  • Persönliche Ansprache
  • Imagekampagne

Es soll dabei nicht vor allem Baden-Württemberg als super toll, sondern als interessantes Land dargestellt werden. Hierzu bedarf es vor allem Informationen zur Lebensqualität, weniger zur wirtschaftlichen Lage.

Frau Krebs verabschiedete sich anschließend und übergab das Wort an den zuständigen Referatsleiter, Herrn Schüle.

Er informierte über die Website www.bw-jetzt.de – diese soll nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Spaß machen und Dialog ermöglichen. Am Beispiel von Tuttlingen wurde dies dann live demonstriert. Hierfür muss man in dem Eingabefeld rechts oben den gewünschten Ort eingeben. Dann erhält man neben der Lage auch weitere Informationen, wofür diverse kostenlose und kostenpflichtige Datenbanken genutzt werden, so u.a. Wikipedia, Qype, Google Maps, aber auch Monster für Stellenanzeigen und immoscout24 für Wohnungsanzeigen.

Dazu kommen weitere Datenquellen wie das statistische Landesamt für Schulen und Kindergärten.

Spannend fand ich auch die Facebook Anbindung – da werden einem die Facebook Freunde vor Ort angezeigt.

Die Website nimmt die dieses Jahr stattgefundenen Kampagnen im oberen Menü auf:

  • Bildungsstandort
  • Gesundheitsstandort
  • Weltoffenes Land

Gefallen hat Mitte auch die Einstellung des Landesmarketing, dass es ja das Schöne am Internet sei, dass man einfach mal was ausprobieren könne – und wenn es funktioniert, dann beibehalten bzw ausbauen, wenn nicht, dann einstampfen :-)

Plan für die Nutzung von Facebook ist es, sich keinesfalls anzubiedern.

Als eines der Probleme stellte sich die Frage heraus, wie man den die Fans ansprechen soll. Für das Landesmarketing ist eigentlich das Sie selbstverständlich, aber ob das bei Facebook passt? Die Entscheidung fiel dann auf das passender Du. Als weiteres Problem kristallisierte sich heraus, dass auf Facebook vor allem Menschen aus Baden-Württemberg interagieren anstelle der Hauptzielgruppe außerhalb des Landes… Und auch auf Facebook wird experimentiert – mit Ads und Sponsored Posts.

Besonders gut auf Facebook lief der „Weltnudeltag“ – allerdings mit eher zweifelhaften Erfolg, denn die meisten Kommentare gingen in die Richtung *jam*, *lecker*. Aber immerhin führte das zu einem Running Gag in der Kantine des Ministeriums – damit doch tatsächlich erfolgreich, oder? 😉

Twitter wird von ebenfalls eingesetzt mit dem Zweck der Trafficgenerierung – naja, ein wenig mehr Follower für den Account www.twitter.de/bwjetzt wären da schon hilfreich, mal sehen, wieviele heute noch den heutigen Freitag nutzen und den Account mit einem #ff bewerben. Meine Kritik an der Website habe ich an der Stelle aber auch untergebracht:


Immerhin nimmt der Dialog auf dem Twitteraccount wohl auch stetig zu, drücken wir mal weiter die Daumen, dass der Plan funktioniert.

Für die Social Media Nutzung wurden auch die Abtimmungsregelungen deutlich gelockert. Geht es sonst oft über sechs Instanzen, schaut hier in der Regel nur eine zweite Person drüber, was einem potentiellen Dialog natürlich förderlich ist.

Und welche Personen stehen nun hinter dem Account? Die waren alle anwesend – ich bin mir nur nicht sicher, ob ich die jetzt hier nennen soll, denn es scheint in der Vergangenheit auch schon Drohungen gegen einzelne Mitarbeiter gegeben zu haben. Die Anregung von Oliver, künftig die Tweets wenigstens mit Kürzeln zu kennzeichnen (und im Web zumindest die Vornamen anzugeben) wird wohl diskutiert. Bislang galt die Entscheidung, grundsätzlich als Team, also ohne Namensnennung aufzutreten. Oliver hat in dem verlinkten Beitrag übrigens seinen Rückblick geschrieben.

Diskussion

Die anschließende Diskussion war sehr interessant, ich möchte nur einige der angesprochenen Aspekte hier nennen:

  • Trotz Beibehaltung des Spruchs „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“ wird nicht mit schwäbischen (oder badischen) Dialekten gespielt (Ute)
  • Hinweise auf die Möglichkeit der Beteiligung an der Zivilgesellschaft fehlen gänzlich (Brigitte)
  • Selbsterkenntnis des BW-jetzt Teams: Man hätte Blogger früher einbinden sollen
  • Einfach mal frecher sein, gerade bei Facebook und Twitter, um Reichweite zu erhöhen (Daniela)

Der Kuchen, den es dort gab, war übrigens sehr lecker 😉

Bild von meinem leeren Teller mit Namensschild

Anschließend bot uns Herr Schüle an, noch eine Besichtigungstour durch die Villa Reitzenstein zu machen, was die meisten von uns sehr gerne annahmen.

Blogger beim Besichtigen der Villa Reitzenstein

Blogger beim Besichtigen der Villa Reitzenstein

Und ich muss sagen, die Räumlichkeiten sind schon beeindruckend, insbesondere die Bibliothek hat es mir angetan.

Bild von der Bibliothek in der Villa Reizenstein

Bibliothek der Villa Reitzenstein – mit der bezauernden Aline ;)

Alle weiteren Bilder, die ich dort gemacht habe, findet ihr auf Google+

Jan fragte anschließend noch, ob wer spontan Lust habe, in der Stadt etwas zu essen – das wurde ebenfalls sehr rege angenommen und schätzungsweise ein Drittel der Teilnehmer begab sich dann noch ins Mezzogiorno – inklusiver des Teams von BW-jetzt und der betreuenden Agentur (Zum goldenen Hirschen (Köln)). Das war dann ein sehr, sehr netter Ausklang (und ja, auf eigene Rechnung eines jeden). Dort hatte ich dann endlich auch mal die Gelegenheit, mit Alex von der Agentur Lots of Ways  ein paar Worte zu reden – und sie hat ebenfalls was zur Veranstaltung für euch gebloggt.

Fazit

Ich finde, das Land Baden-Württemberg ist hier auf einem guten Weg, wichtig ist es jetzt, dass dies nicht nur eine einmalige Veranstaltung war, sondern wir Blogger – vor allem aber auch welche außerhalb von Baden-Württemberg (!) – weiter eingebunden werden. Und es ist wohl bekannt, dass ich kein großer Fan dieser Landesregierung bin, trotzdem Hut ab vor diesem Projekt! Ich sage DANKE für die Einladung (Disclosure: Es gab Kaffee, Kuchen, ein Plakat und einen USB-Stick – das reicht wol kaum, um mich käuflich zu machen ;))!

Und hier dann mal nochmal die Kanäle, die mittels BW-jetzt derzeit bespielt werden, in einer Übersicht:

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