Studium zum LLB – Bachelor of Laws an der Fernuniversität in Hagen – das wars…

Vorbei ist das Studium, das wars: Klingt toll, ist allerdings noch ein wenig geschwindelt, dazu gleich mehr.

Als die Fernuniversität in Hagen den Studiengang zum LLB = Bachelor of Laws 2003 einführte, war klar, dass ich das machen möchte. Recht hatte mich schon lange interessiert, und so war es endlich möglich, ein Studium der Rechtswissenschaft neben der Arbeit zu absolvieren. Hat dann aber doch noch eine Weile gedauert, bis ich mitmachen durfte – schuld war meine frühere Faulheit, die sich in einer entsprechenden Abitursnote niedergeschlagen hatte und der Studiengang aufgrund des grossen Andrangs erst einmal mit einem numerus clausus von 1,6 belegt war. Die ersehnte Einschreibung fand dann erst zum Sommersemester 2005 statt. Zuvor hatte ich bereits den Studiengang BWL belegt und konnte daher schon die erste Klausur, die ich für das anschließende LLB-Studium benötigte, schreiben:

Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre I

7111124.03.2004Klausur1.785.0Bestanden

;)

7 Jahre hab ich als damit verbracht. Und nun zur Schwindelei – nein, ich bin noch nicht fertig und darf mich LLB nennen, aber das (hoffentlich) letzte Stück Eigenleistung ist vollbracht – am Freitag habe ich meine Bachelorarbeit mit dem (vorgegebenen) Titel „Vertragsschluss, Verbraucherschutz und AGB-Kontrolle bei Internetauktionen“ abgeschickt. Abgabeschluss wäre am kommenden Dienstag, ich wollte aber endlich mal wieder ein Wochenende für mich haben…

Vorangegangen waren teilweise entbehrungsreiche Jahre, habe ich doch immer gut die Hälfte meines Jahresurlaubs für die Klausurvorbereitungen und Klausuren verbraucht – dieses Leid kennen die wohl die meisten, die berufsbegleitend studieren. Die lange Studienzeit war auch mal wieder mehr der Prokrastination geschuldet… Zuviel anderes im Kopf. Und manchmal mich nicht gut genug vorbereitet gefühlt für die Klausuren und des wegen nicht abgesagt. Erst nachdem mir meine ehemalige Freundin einen Tritt in den Hintern verpasst hat, hab ich dann entschieden, doch fertig werden zu wollen und zwar bald!

Nachdem alle Klausuren (die letzte war das betriebswirtschaftliche Wahlmodul „Personalführung“) und  die Seminararbeit zum Thema „Datenschutz in sozialen Netzwerken“ geschrieben waren, das Seminar auch erfolgreich über die Bühne gebracht wurde war der letzte große Brocken die besagte LLB-Arbeit. 1,5 Wochen Urlaub und unzählige zusätzliche Stunden zuvor habe ich damit verbracht, möglichst alles zu den vorgegebenen Schwerpunkten

  • Abgrenzung zwischen invitatio ad offerendum und Angebot
  • Der Unternehmerbegriff bei Veräußerung über Online-Auktionsplattformen
  • Internetauktionen als versteigerungen im Sinne des Fernabsatzrechts
  • Einbeziehung der AGB der Auktionsplattformbetreiber in die über die Auktionsplattform geschlossenen Kaufverträge

zu finden, zu lesen, zu bewerten und anschließen nieder zu schreiben. Als besonders hart stellte sich für mich dabei heraus, dass ich die Formatierung zerschossen habe und aus dem vorgegebenen 1,5-zeiligen Abstand ein 1-zeiliger Abstand wurde – und ich habe das erst auf Seite 43, kurz vor dem Fazit bemerkt. Nach Umformatieren waren es dann schon 66 Seiten, was dazu führte, dass ich fast eine Woche mit Kürzen der Arbeit beschäftigt war… Nun, jetzt ist sie erledigt und weggeschickt, jetzt heisst es auf das Ergebnis warten, drückt mir die Daumen!

Was jetzt noch bleibt und mir sehr wichtig ist: Herzlichst allen zu danken, die in irgendeiner Form beteiligt waren. Neben den Mitstudierenden sind das (ich hoffe, ich vergesse niemanden; wer seinen vollen Namen lesen möchte, möge sich gerne melden, ich verlinke auch gerne ;)) allen voran

  • Nicole F. – danke fürs Dauerunterstützen und immer wieder auf die Spur bringen

und dann insbesondere diejenigen, die die Seminararbeit und die Bachelorarbeit (auch Rechtschreibung und Grammatik) Korrektur gelesen haben, also

  • Stephanie F.
  • Paul F.
  • Ralf S.
  • Gitti K.
  • Simone T.

Danke aber auch an alle, die es mit mir aushalten mussten und gerade auch die letzten Wochen weniger von mir hatten – sorry, hätte gerne mehr geholfen bzw. mich blicken lassen. Danke auch an meinen Arbeitgeber, dass es meist dann doch geklappt hat, Urlaub zu den meisten benötigten Terminen zu bekommen (und ich keine Klausur deswegen ausfallen lassen musste). Und last, but not least, auch einen herzlichen Dank an die Mitarbeiter des Lehrstuhls von Prof. Wackerbarth, die mir hilfreich bei Fragen zur Seite standen.

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Und wer jetzt denkt, ich falle vor Langeweile in ein tiefes Loch, der irrt sich gewaltig. Samstag ging es erstmal das Haus eines Freundes renovieren helfen, das sieht dann so aus:

Ich bei der Pause

 

Und auch die kommenden Tage und Wochen sind gut verplant mit Bezirksbeiratsitzung, alternativer Stadtführung der socialbar Stuttgart mit Trottwar, Kassenschulung fürs Festival der Kulturen (s. auch hier), Hamburger Fischmarktbesuch in Stuttgart, Mithilfe beim Festival der Kulturen und und und – ach ja: Und neben allem nachholen, was liegen geblieben war, geht es dann ab 01.10.2011 weiter mit dem Master of Laws (LLM) – ebenfalls an der Fernuniversität in Hagen ;) Die Unterlagen liegen schon hier…

PS: Ach ja: Die Gründung einer Interessengemeinschaft für die Verbesserung der Aussichten von Absolventen der juristischen Bolognastudiengängen, also Bachelor of Laws (LLB) und Master of Laws (LLM) steht auch auf dem Programm, das Projekt musste ich leider ebenfalls während der LLB-Arbeit hintenan stellen. Eine google group hierfür haben wir bereits eröffnet. Mal sehen, inwiefern ich da auch Unterstützung vom Lehrstuhl erhalten kann. Ziele wäre, den Absolventen (zumindest eingeschränkten) Zugang zur Rechtsberatung zu verschaffen. In welcher Form auch immer…

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Meine Seminararbeit zum Thema „Datenschutz in sozialen Netzwerken“

Nachdem ich ja schon über meine (unnötige) Angst vor dem juristischen Seminar geschrieben habe, heute noch ein paar wenige Zeilen zum Erstellen der vorangegangen Seminararbeit (Link unten ;)).

Da mich das Seminarthema „Rechtliche Fallstricke im Internet“ des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Unternehmensrecht und Rechtsvergleichung (Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth) sehr interessiert hatte, habe ich dieses als oberste Priorität angegeben als es darum ging, ein Seminar für den Studiengang „Bachelor of Laws“ an der Fernuniversität in Hagen auszuwählen. Dort wurden in der Vorbesprechung verschiedene Themen vorgestellt und man konnte dann wieder eine Priorität angeben, welche Themen man bearbeiten möchte. Mein Wunsch mit der höchsten Priorität, nämlich „Die Verwendung fremder Bilder im Internet“, konnte bedauerlicherweise nicht erfüllt werden. Schade – denn gerne hätte ich mir dann endlich die Zeit nehmen können, mich auch einmal ausführlich mit  Creative Commons License zu beschäftigen. Besonders schade: Die beiden, die das Thema zugeteilt bekommen hatten, haben dazu nichts geschrieben.

Doch mein Zweitwunsch, also besagtes Thema „Datenschutz in sozialen Netzwerken“, wurde erfüllt. Mein Betreuer gab mir noch vor Ort einige Literaturhinweise, dann war ich erst einmal auf mich alleine gestellt. Wie gehe ich an die Arbeit heran? Glücklicherweise hatte ich bereits vorher in delicious zu allen möglichen Themen Links gesammelt. Die dortigen Informationen boten einen guten Anhaltspunkt, was alles Problemfelder des Datenschutzes in den bekannten Netzwerken wie Facebook, XING, StudiVZ oder auch LinkedIn sein können. Anschließend ging es an die Erstellung der groben Gliederung und der Absprache, ob ich so vorgehen kann. Nach dem OK des Betreuers ging es dann ans Schreiben – oder besser, ans Lesen. Lesen von Aufsätzen, Blogbeiträgen (hier muss ich besonders Dr. Carsten Ulbricht mit seinem genialen Blog zu Web 2.0, Social Media & Recht – http://www.rechtzweinull.de/ erwähnen), Gesetzestexten (vorallem BDSG und TMG) und unzähligen Kommentierungen dieser Gesetze nahm eindeutig mehr Zeit in Anspruch als das Schreiben selbst.

Langer Rede, kurzer Sinn – es war eine nervenaufreibende Zeit, da ich die Seminararbeit neben der Vollzeitarbeit im Jahresendgeschäft bei meinem Arbeitgeber (Lebensversicherung) geschrieben habe. Und ich war heilfroh, als ich diese dann endlich fertig gestellt und abgegeben hatte! Bis dahin standen neben rund 8-9 Stunden täglicher Arbeitzeit im Unternehmen täglich 2-4 Stunden recherchieren und Schreiben auf dem Programm. Und das über rund acht Wochen…

Zum Ablauf des Seminars habe ich ja bereits hier geschrieben. Als nächstes kommt – nach der noch zuvor kommenden Klausur „Personalführung“, mein wirtschaftswissenschaftliches Wahlmodul – die Bachelorarbeit mit rund 50 Seiten – ab April. Also nicht wundern, wenn ihr dann nicht mehr viel von mir hört. Thema? Noch nicht bekannt. Leider!

Ach ja – hier die Arbeit als pdf: „Datenschutz in sozialen Netzwerken.pdf

Und ja, vielleicht überarbeite ich die mal noch und aktualisiere sie… wenn mal viel Zeit sein sollte… Wird aber wohl eher nichts werden – denn zeitgleich mit der Bachelorarbeit beginnt dann auch das Masterstudium mit dem ersten Modul Zivilrecht – ebenfalls betreut durch den Lehrstuhl Wackerbarth.