Bevor es zu Missverständnissen kommt. Unsere Anteilnahme hat das CastleCamp in Kaprun nicht zu einem spasslosen Ereignis werden lassen.

Trotzdem konnten auch wir uns nicht dem verschliessen, was gerade passiert. Vorallem auch deswegen nicht, weil Günters Frau gerade nach Budapest gereist war, um den Menschen Spendengüter zu bringen. Und den March of Hope selbst miterlebte. Das nahm erst ihn, später dann auch mich (als ich meine Twittertimeline nachlas) sehr mit.

Und so gab es auch eine Session von Günter zusammen mit dem großartigen Organisator des CastleCamps, Rainer.

Günter riss an, was sich hier für Dramen abspielten. Und viele von uns nahmen Stellung dazu. Die gestellte Frage war: „Wie können Akteure der Tourismusbranche sich hier positionieren?“. Sicher ist das nicht für alle leicht. Die Diskussion wurde recht kontrovers geführt, und nicht alle Beteiligten konnten sich vorstellen, hier etwas zu tun. Nicht im Rahmen ihrer Organisation. Denn die Menschen selbst, die dabei waren, sind wohl alle bereit, persönlich zu helfen, wenn sie können.

Der Sonntagmorgen brachte auch im Rückblick auf die Session, vor allem aber wieder beim Timeline lesen, viele Tränen bei mir. Tränen der Freude und traurige Tränen. Traurig über den Anlass. Traurig über die Schicksale. Freude über die Hilfsbereitschaft, die ich in meiner Timeline lese. Und keine bösen Worte. Zeigt mir sehr deutlich, dass ich mir die richtige Timeline ausgesucht habe..

Und was es noch so gab auf dem CastleCamp 2015? Jede Menge toller Menschen

Begrüßung beim Castle Camp 2015

Begrüßung beim Castle Camp 2015

und daraus resultierender Gespräche. Jede Menge spannender Sessions, auch wenn beim CastleCamp immer nur zwei parallel stattfinden.

CastleCamp-2015_5

Folgende Sessions habe ich noch besucht.

Samstag:

„Tripadviser und Trivago“

Hier wurde – vorwiegend von Hoteliers (m/w) diskutiert, welche Anbindungen sich lohnen und warum, ob diese verzichtbar sind, wie man den Gast dazu bringt, dass er die Buchung dann trotzdem auf der eigenen Website vornimmt. Interessant war dabei zu hören, dass einige die gleichen Preise auf der Website anbieten wie über beispielsweise booking.com, teilweise aber auch günstiger. Für mich habe ich daher mitgenommen, nach der Suche über trivago künftig auch immer auf der Hotelseite die Preise zu prüfen.

„Leadership“

Ich gebe zu, hier war ich nicht sehr aufmerksam. Es ging darum, wie man seine Mitarbeiter anders führt, so dass es die Mitarbeiter werden, die man sich immer gewünscht hat. Von der in der Sessionplanung angesprochenen gegenteiligen Richtung, also wie man seinen Boss erzieht, habe ich dann leider nichts gehört. Trotzdem konnte ich auch hier wieder ein wenig mitnehmen: „Wie würdest Du/Sie das denn machen“, statt einfach stupide Ratschläge zu erteilen.

„Bloggerrelations“

Klar, dass ich hier dabei war und mit diskutierte. Hier ging es dann um die bei diesen Diskussionen schon gewohnten Punkte, also Reichweite/Zahlen, Ansprache (Unterschied in der Ansprache von Journalisten und Blogger), aber auch, dass es einfach wichtig ist, offen und klar zu kommunizieren, damit fruchtbare Zusammenarbeiten entstehen können. Kennt der andere die eigenen Erwartungen nicht, ist es schwierig, diese zu erfüllen. Eigentlich klar – wird aber viel zu selten gelebt. Einige arbeiten hier mit Verträgen, in den klar festgehalten ist, was erwartet wird. Finde ich nach zweimal Nachdenken eine eigentlich gute Idee, solange es dabei um das Umfeld geht und keine Einflussnahme auf meine Inhalte vorgenommen wird. Aber auch von schlechter Recherche von Agenturen war die Rede, so als die vegetarische Foodbloggerin zu einem Schinkenhersteller als ersten Programmpunkt einer Bloggerreise eingeladen war.

Nach dem wieder grandiosen Mittagessen (das CastleCamp würde ebenso wie Stuttgart den Namen „Fresscamp“ verdienen), ging es weiter mit der zuerst genannten Session weiter.

Anschließend ging es um

„from trash to treasure“

Hier berichteten Matthias und Eva vom Blog Fräulein Floras Favourite Hangouts wie sie ihren Blog mit klarer Ausrichtung auf junge Menschen in Salzburg (Zielgruppe 16-35, wenn ich mich recht entsinne), innerhalb eines Jahres auf rund 10.000 unique Visitors brachten. Nicht mit langweiligen Posts, sondern immer das Besondere suchen. Zum Beispiel die Kissmap, wo auf einer Karte dargestellt wird, wo die besten Orte zum Küssen in Salzburg sind. Oder mit Liebesbriefen, die sie an alle als Dank geschickt haben, die an einer Umfrage teilgenommen haben. Und der Liebesbrief als Dank dafür angeboten wurde. Wurde sehr gut angenommen die Aktion.

„Snapchat“

Jochen stellte Snapchat vor – und ich konnte endlich feststellen, dass das „Grün-„Problem behoben zu sein scheint. Bislang war es so, dass seit ich mein Honor 6 plus habe, iPhone-Nutzer fast 2/3 des Screens in grün eingefärbt sahen, wenn ich einen Snap veröffentlichte. Zumindest auf dem iPhone6 trat das Problem nicht auf. Das heißt: Künftig gibt es wieder mehr Snaps von mir, muss nur wieder daran denken, dass ich endlich wieder welche machen kann. Wer mich auf meiner Route von Stockholm über Helsinki nach Tallin und dann über Stockholm nach Riga und zurück begleiten möchte:

Hubert Mayer / Travellerblog bei Snapchat

Ich bei Snapchat.. einfach abfotografieren

 

Die letzte reguläre Sessions des Tages gestalteten für die Meurers, die auf der Walz sind. Achim Meurer als Fotograf (mein Profilbild stammt übrigens von ihm, das entstand während seines Fotoworkshops letztes Jahr auf dem CastleCamp), Monika als Textfrau, die unter anderem auch Social Media Schulungen gibt. Beide berichten, dass sie dabei zu Digitalen Nomaden geworden sind, und recht minimalistisch unterwegs sind. Ein Großteil des Besitzes ist weg. Großteils verschenkt bzw. entsorgt.

Doch auch die Probleme wurden angesprochen. Ganz banale Dinge wie Krankenversicherung, sobald es länger aus Deutschland raus geht. Und kein Wohnsitz mehr besteht. Und noch banaler: Wäsche waschen. Wo macht man das denn, wenn man die meiste in Zeit in Hotels unterkommt, die einen einladen (bzw. die Destination)?

Die Aktion läuft besser an als erwartet, direkt nach dem Bekanntwerden des Planes gab es schnell die ersten Buchungen, zuletzt ein über dreimonatiger Aufenthalt im Schwarzwald, um Content für die Schwarzwald plus Karte zu produzieren. Mindestbuchungsdauer ist eine Woche, hierbei müssen neben der Übernahme von Kost und Logis auch ein „Taschengeld“ von 900 EUR bezahlt werden. Denn auch das Auto will weiter Sprit bekommen und repariert werden. Die Krankenversicherung gezahlt, und so weiter. Dennoch finde ich, dass das sehr wenig ist, für volle Arbeitsleistung von einer Woche von zwei Personen. Oder was meinst Du?

Bevor es traditionell in den Dorfstadl zum Abendessen ging (lustig, wenn ich traditionelle schreibe, war ich doch erst das zweite Mal da), stand noch eine andere Session auf dem Programm: Ein Bier- und ein Whiskytasting. Bier gab’s vom Barcamp Sponsor Stiegl Brauerei,

Biere von Stiegl auf dem CastleCamp 2015

Biere von Stiegl

und die haben verdammt leckere Tropfen. Das verkostete Ingwerbier mundete mir ziemlich gut, doch das Pale Ale Cascade (links unten im Bild) war verdammt lecker. Ich war dann so frei und habe gleich etwas für einen Nachtest Zuhause eingepackt 😉

Pale Ale Cascade von Stiegl

Pale Ale Cascade von Stiegl

Auch sonst waren die verschiedenen Kühlschränke übrigens gut gefüllt worden!

Parallel zur Bierprobe gab es von Rainer ein Whiskytasting, in dem drei Whiskys vorgestellt wurden. Der erste, ein Glen Garioch 12 Jahre alt, schmeckte mir sehr gut, der zweite, die Clubabfüllung 2015, eine Fassabfüllung für den Whisky Circle Pinzgau, nicht so wirklich. Zu starke Sherrynote. Der letzte war dann ein Klassiker, mit dem man bei mir immer punktet: Ardberg 10 Jahre jung 😉

Nach dem Essen spielten im Dorfstadl die dieses Jahr stark dezimierten Russian Icedivers – eine Band, die sich alljährlich nur auf dem CastleCamp zusammen findet und denen man unbesorgt zuhören kann, denn sie verbreiten eine tolle Stimmung.

Russian Icediver in Minimalbesetzung: Achim Meurer und Reinhard Lanner

Russian Icediver in Minimalbesetzung: Achim Meurer und Reinhard Lanner

Sonntag verpennte ich dann glatt und wurde gerade so noch fertig, um rechtzeitig kurz vor der Sessionplanung wieder auf der Burg einzutreffen. Die Teilnehmerzahl war sehr, sehr stark geschrumpft, den angebotenen Sessions hat das jedoch nicht geschadet.

„Barcamp für Touristiker und Regionen“

Das wurde eine muntere Diskussionsrunde, initiiert von Kristine, wie man ein Barcamp gestaltet und zum Erfolg bringt. Die kleinste Session des Barcamps

war sehr ergiebig, doch wirklich neues gab es (natürlich) nicht. Alle Teilnehmer waren nicht auf ihrem ersten Barcamp hier, aber es ist schön, wenn ich sehe, dass andere dieselben Erfolgsfaktoren sehen. Einziger Tipp, den noch uneingeschränkt weiter geben darf: Lasst die Teilnehmer schon bei der Anmeldung die Hashtags festlegen und druckt diese mit auf das Namensschild. Das hilft dann bei der Vorstellungsrunde gerade den Neulingen enorm.

„Relevanz von Social Media Kanälen“

Hier wurde eine Session eingefordert mit den Fragen, welche Kanäle eine Destination denn bespielen solle und in welchen Umfang. Schnell wurde strukturierend, unter anderem von Beate, eingegriffen und erst mal gefragt, wer denn erreicht werden soll, was das Ziel der Nutzung ist und ob eine Strategie besteht. Hier prallten dann durchaus unterschiedliche Ansichten aufeinander, unter anderem zur Frage, inwieweit die Destination denn Social Media Beiträge teilen kann. Von Gästen kein Thema, aber wie ist das mit den Betrieben. Ich mag hier nicht öffentlich schreiben, wo hier die Probleme liegen, aber sie sind offenbar vorhanden.

Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen, da Anja und Kristine mich mit ihrem Mietwagen mit nach Salzburg nahmen. Dank Verabschiedungen und meines letzten Toilettenbesuches versäumte ich meinen erhofften Zug um Sage und Schreibe 3 Minuten – die Ampeln hatten sich auch gegen uns verschworen. Dafür konnte ich nochmal in die sehr gemütliche ÖBB Lounge, auf der ich Euch drüber auf dem Travellerblog wohl noch was erzählen werde. Und konnte dort für kurze Zeit auch anderen Menschen mit WLAN aushelfen, die das brauchen konnten.

Fazit zu CastleCamp Zell/Kaprun 2015

Ich muss sagen, es war mir eines der liebsten Barcamps dieses Jahr. Es ist eigen, ja. Aber auf eine liebeswerte Art und Weise und die Teilgeber dort sind fantastisch. Dass ich Österreich(erINNENN) sowieso liebe, ist nichts Neues. Ich mag den Dialekt, die Freundlichkeit, die ganze Art des Umgangs miteinander. Ich mag da wieder öfters hin. Und Wien wird es dieses Jahr ja auch noch. Dazu kommt, dass ich einiges lernen konnte, aber auch ein klein wenig weiter geben.

Herzlichen Dank an Rainer und Team für das Organisieren!

Getwittert wurde auf dem CastleCamp 2015 auch ne Menge und Dank Brandwatch konnte ich das auch auswerten 😉

Brandwatch sagt, Günter is am dauernquasseln. Oder?

Brandwatch sagt, Günter is am dauernquasseln. Oder?

 

Und an die Sponsoren, denn ohne diese könnte so ein kostenfreies Barcamp nicht stattfinden:

Danke an unsere Partner – ohne euch gäbe es kein Castlecamp!!!
Solltest auch du uns unterstützen wollen, dann bitte nimm Kontakt mit Edei (edei(ät)castlecamp.at) auf.

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