CODE_n? Was ist CODE_N? Der Frage kann ich leicht abhelfen: CODE_n ist eine Initiative für frische Ideen im Web- und IT-Bereich:

„Ziel des Netzwerks ist es, die findigsten Köpfe der Branche und ihre Ideen miteinander in Dialog zu bringen, kontinuierlich zu fördern und in diesem Kraftfeld Innovationen anzuregen und zu beschleunigen.“

Hierfür werden die 50 innovativsten Jungunternehmer aus den o.g. Bereichen gesucht. Gleichzeitig läuft bis zum 26.11.2011 ein Blogwettbewerb zu Fragen der Mobilität, u.a. mit folgenden Fragestellungen:

„Wer ist der nächste Steve Jobs der mobilen Revolution? Wie sieht Mobilität in 20 Jahren aus? Setzt sich Echtzeit-Kommunikation durch oder ist Twitter in fünf Jahren vergessen? Wie verändern Smartphone, Foursquare & Co. unser Leben und Arbeiten? Wir wollen Eure Meinung und Eure Ideen!“

Die beiden Zitate sind der Vorstellung des Blogwettbewerbs entnommen. Zu gewinnen gibt es auch etwas – nach der Bewertung der Beiträge durch eine Jury, bestehend aus Oliver Gassner, Stefan Glänzer, Martina Pickhardt, Martin Röll, Nicole Simon und Andreas Schreiber.

Dann spinn ich also einfach mal los:

Personen?

Der neue Steve Jobs der mobilen Revolution? Keine Ahnung – geniale Menschen tauchen von Heute auf Morgen auf und bleiben oder verschwinden. Wichtiger wäre sowieso, wenn Innovationen nicht von einzelnen Personen im Vordergrund abhängig gemacht werden, sondern stattdessen diese von vielen Personen entwickelt und bekannt werden. Eines der Probleme dabei stellen teilweise Konzerne da, die innovative Entwicklungen, die in Konkurrenz zu eigenen Produkten stehen, aufkaufen, um sie dann in der Schublade verschwinden zu lassen.

Mobilität? Mobilität „klassisch“?

Mobilität in 20 Jahren? Mit zwei Sätzen weiche ich da von dem eigentlichen Thema ab und gehe weg vom unmittelbaren IT-/Webumfeld: Ich denke, hoffe und wünsche, dass wir uns unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt (Natur und Menschen) gerecht werden und insbesondere der Individualverkehr weniger und umweltfreundlicher wird. Hier helfen neben Alternativen zum klassischen Treibstoff auch Ideen, wie man vorhandene Kapazitäten an Fahrzeugen besser nutzt – und damit komme ich wieder zu dem eigentlich Thema zurück, denn hier gibt es bereits einige Ideen, die das Carsharing verändern.

Nicht mehr nur die Platzhirsche wie (hier in Stuttgart) Stadtmobil und Flinkster, sondern neue Konzepte wie das der Autonetzer und Flinc können hier einen großen und wichtigen Beitrag leisten. Kurzfristige Mitfahrgelegenheiten wie bei Flinc, privat das Auto zu vermieten wie bei Autonetzer – es wäre schön, wenn das in der breiten Bevölkerung stark angenommen wird und sich vielleicht auch weitere Ideen in diesem Bereich entwickeln.

Um noch kurz bei diesem Aspekt der Mobilität zu bleiben – ich denke, dass sich hier auch weiteres tun wird. Technik, die (zumindest teilweise) auch bereits vorhanden ist, Autos mit Sprachsteuerung, Einblenden von Informationen auf der Windschutzscheibe, die komplette Vernetzung von Fahrzeugen mit verschiedenen Diensten, all das wird stark zunehmen. Das Auto wird künftig von alleine sich melden, wenn etwas an ihm nicht stimmt – nicht wie bisher mit einer Kontrollleuchte, sondern durch direkten Kontakt mit dem Hersteller oder der Werkstätte / dem Dienstleister des Vertrauens. Das Auto könnte vielleicht mit Autos in der Umgebung kommunizieren,beispielsweise Daten über Beschleunigung und Entfernungen austauschen. Weiter verbesserte Sensoren werden helfen, Unfälle zu vermeiden. Bei dennoch passierenden Unfällen könnte in Echtzeit eine Meldung an die Werkstätte und an den Kfz-Versicherer gehen. Daten über vorhandene Kfz-Versicherungen werden direkt via RFID-Chips o.ä. ausgetauscht oder landen sogar direkt mit GPS-Daten in der Schadenabteilung der Versicherer (wie auch immer sich das Datenschutzrecht aber entwickeln mag..).

Bereits heute gibt es Brillen, die Videos einspielen können – das wird vermehrt ein Markt werden, nicht für Videos, aber für Informationen. Einbindungen von Diensten wie beispielsweise Wikipedia, wie es heute über diverse Augmented Reality Apps für Smartphones schon möglich ist, bringt den Menschen in Zukunft einen weiteren Nutzen. Überhaupt – der gesamte Fluss von Informationen jeglicher Art wird weiter steigen – damit aber viele Menschen überlasten. Hier hoffe ich auf Filtermechanismen, die die Informationen im Sinne des Nutzers filtern, ohne dass damit eine Neutralität gefährdet wird bzw. eine eigene Meinungsbildung beeinflusst werden darf.

Location based Services und Datenschutz

Es wird wenige „Verweigerer“ von Smartphones geben. Kinder wachsen schon heute wie selbstverständlich damit auf. Die Nutzung von Ortungs- und Lokalisierungsdiensten wird immer stärker zunehmen. Schon heute schaue ich unterwegs regelmäßig, wo sich gerade Freunde in der Nähe bei Foursquare oder Latitude einchecken, um – wenn es passt – mal eben vorbeizuschauen, „Hallo“ zu sagen und vielleicht ein gemeinsames Bierchen zu trinken. In fremden Orten nutze ich u.a. Foursquare um zu sehen, welche Lokale in der Nähe sind und was andere dazu schreiben. Mein gegenwärtiger Aufenthaltsort kann von jedem, dem ich eine Freigabe erteile, via Latitude gesehen werden. Fraglich ist, wie wir hierzu ein modernes Datenschutzrecht schaffen, das wieder mehr an „den mündigen Bürger“ glaubt, als an einzuhaltende Formvorschriften, Einwilligungen und Verbote. Damit verbunden ist aber auch ein entsprechender Erziehungsauftrag. Kinder müssen von Ihren Eltern und Ihrem Umfeld lernen, welche Chancen und Risiken solche Dienste bieten.

Einen weiteren Gedanken möchte ich noch zur Technik ausführen: Siri zeigt, dass die Spracheingabe und Verarbeitung bereits recht weit fortgeschritten ist. Auch Android ist mit seiner Sprachsteuerung nicht weit davon entfernt – und die Möglichkeit, Technik durch Sprachsteuerung zu nutzen, wird rapide zunehmen in den nächsten Jahren. Es gibt kaum Gründe, Einkaufszettel umständlich von Hand auf totem Baum zu schreiben, wenn ich diesen auch am PC diktieren kann und sofort mit dem Smartphone  synchronisiert wird und ich in dem Moment, in dem ich den Supermarkt betrete, die Erinnerung an die Einkaufsliste erhalte. Teile kann bereits der Kühlschrank vordiktieren, der ebenso selbstverständlich wie andere Verbraucher im Haushalt komplett vernetzt sein wird.

Wenn doch mal eine Tastatur benötigt wird, beispielsweise für vertraulichere Eingaben, wird diese für unterwegs nicht mehr aus festen Material bestehen. Stattdessen wird diese eingeblendet und ist auf jedem Untergrund zu sehen. Oder ist vielleicht aus einem flexiblen, platzsparenden Stoff, wie eine Folie oder ähnliches.

Arbeitsplätze der Zukunft

Ein weiterer Gedanke zur Mobilität betrifft den Arbeitsplatz. Schon heute nehmen feste Arbeitsplätze innerhalb von Unternehmen ab zugunsten von Arbeitsbereichen in großen und kleinen Einheiten, an die die Mitarbeiter Ihre mobile Box, in der Ihre „Arbeitsmaterialien“ sind, mitnehmen. Je nach Aufgabe und Tagesform wird das Einzelbüro oder das Großraumbüro gewählt, mal die Couch, mal der Platz auf der Dachterasse oder in der Natur. Auch wird die eher kurz- und mittelfristige Zusammenarbeit in befristeten Projekten gegenüber einem festen Arbeitsverhältnis weiter zunehmen. Auch hier helfen kollaborative Tools zur gemeinsamen Zusammenarbeit. Hier hat nach meiner Einschätzung Google bereits einen deutlichen Vorsprung. Nicht aufgrund des jeweils einzelnen Produkts, aber aufgrund der Summe der Produkte, die in diesem Bereich bereits vorhanden sind, ob das nun der gemeinsam nutzbare Kalender ist, das gemeinsame Arbeiten via Google Text und Tabellen oder Cloudconnect.

Daten werden nur noch selten per E-Mail versendet werden, sondern über Clouddienste, die es bereits zuhauf gibt, ausgetauscht. Dienste wie Dropbox (Achtung, mit Referral für mich; gibt euch und mir bei Anmeldung über den Link zusätzlichen Speicherplatz) werden selbstverständlich werden und die Festplatten der PCs, Notebooks oder auch Tablets nicht mehr weiter so in der Kapazität steigen. Aber auch hier heisst es für jeden achtsam zu sein, und mehr Augenmerk auf Verschlüsselung zu legen – und auf doppelte und dreifache Sicherung bei verschiedenen Anbietern.

 

Im Scherz antworte ich heute schon häufiger, wenn ich gebeten werden, jemanden anzurufen, dass ich die App hierfür noch nicht gefunden habe – wichtig ist aber tatsächlich bei aller technischen Entwicklung, dass hinter der Technik Menschen stehen. Diese gilt es zu respektieren und den Kontakt nicht alleine auf den Austausch von elektronischen Daten zu reduzieren. Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht darf keinesfalls zum Erliegen kommen!

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