Auch das Barcamp Hamburg wurde von aktuellen Ereignissen überschattet

Langsam macht es mir ein wenig Angst. Immer wieder passieren zu Barcampzeiten weltbewegende Dinge. Nicht auf dem Barcamp, auch wenn ich persönlich von jedem Barcamp sehr viel mitnehme. War in Kaprun noch das uns sehr bewegende Thema der Beginn der Flüchtlingswelle, überschattete der unfassbarere Terroranschlag in Paris das 9. Hamburger Barcamp. Folgerichtig begannen wir den Samstag (das war dieses Jahr übrigens mein einziger Barcamptag hier) mit einer Schweigeminute.

Auch sonst wurde heftig diskutiert, unter anderem in der Session von Lina zum Thema „Krisenjournalismus“. Wie viel Spekulation darf sich Journalismus erlauben? Ist es hilfreich, wenn via Periscope Livebilder vom Polizeieinsatz gestreamt werden und damit möglicherweise Täter/Terroristen die Bewegungen der Einsatzkräfte vorzeitig sehen und darauf reagieren können. Sind Spekulationen hilfreich oder sollten sich Medien auf Fakten beschränken. Wie sorgsam gehen wir mit Formulierungen um, die wir in so einem Zusammenhang lesen/hören?

Es war eine sehr anregende Diskussion mit interessanten Einsichten, die mich auch wieder Medienberichte deutlich kritischer lesen lässt.

Und was gab es sonst noch so interessantes auf dem Barcamp Hamburg? Außer dem wie jedes Jahr hervorragendem Essen? (Ok. Letztes Jahr schon, das war mein erstes Hamburger Barcamp). Neben den tollen Menschen, die ich dort endlich wieder getroffen habe oder neu kennengelernt?

Zwei weitere Sessions waren es, die mich sehr beeindruckt und berührt haben. Die erste handelte von Transplantationen. Kein Allerweltsthema in meiner Welt, auch wenn ich seit vielen Jahren mir meine Meinung dazu gebildet habe und seitdem einen Organspendeausweis bei mir trage. Nehmt mich aus! Aber wie das auf der Empfängerseite aussehen kann, darüber hatte ich mir, offen gestanden, nie Gedanken gemacht. Dass einen der Anruf beim Einkaufen ereilen kann: „Wir haben da ein Organ für Sie, wollen/können Sie JETZT?“. Was Menschen in dieser Situation denken und fühlen. In der Session von Jens ging es genau darum. Er erzählte, wie ihm es dabei ging, was ihm durch den Kopf ging. Dass es psychologische Betreuung bereits ab dem Moment gibt, wo Du relativ weit oben auf der Liste stehst. Und warum das gut ist.

Und auch die Session von meinem lieben Freund Manuel Schmutte (der mir ein wenig Angst machte, weil er so groß und rot da im Veranstaltungsraum stand)

Der Schnitte auf dem Otto Rollup im Raum Otto
Der Schmutte auf dem Otto Rollup im Raum Otto

war sehr interessant, hier wurde wild darüber spekuliert, was denn 2040 sein könnte.Themen waren unter anderem selbst fahrende Autos (wird möglicherweise eine KI entscheiden, dass der Produktionsverlust durch einen Stau wegen Anhalten, wenn ein Kind über die Strasse rennt, wirtschaftlich betrachtet höher liegt als der „menschliche Schaden“?), medizinische Fortschritte und einige mehr diskutiert (ich stieß auch erst später dazu).

Barcamp-Hamburg-2015_1

Ebenfalls interessant war die Kanban Session, die insbesondere gut vorgetragen war – umso ärgerlicher, dass ich den Namen vergessen hab. UPDATE: Florian Eisenberg war das. Danke.

Ansonsten war das Barcamp wieder voller netter Gespräche – und das, wo Hamburg das Barcamp ist, wo ich wohl am wenigsten Menschen überhaupt kenne. Dafür gab es auch hier eine Premiere – es war das erste Barcamp, dass ich nicht alleine besucht habe… hat das was geändert? Nö! Von Anfang an war klar, dass jeder von uns schaut, was ihn/sie interessiert und wir uns dann halt zufällig in Sessions oder sonst halt in der Pause sehen. Und was soll ich sagen: Sie sagt, ihr hat’s gefallen dort 🙂

Und auch das drumherum hat gut gepasst – sowohl am Freitagabend, als wir sehr spät dann auch das Hotel bezogen hatten, hat das super geklappt mit dem Treffen der ersten Barcamper. Twitter sei Dank. Samstag Abend ging es danach noch zum Burger Lab – auch eine großartige Idee! Über den Laden erzähle ich euch bald mal drüben auf hubert-testet.de was.

Fazit zum Barcamp Hamburg
Aktuelles wird nicht ignoriert, sondern aufgegriffen. Und Barcamps sind auch 2015 für Neulinge interessant, selbst wenn sie nicht die „klassischen Onliner“ sind. Das Barcamp Hamburg ist mit Sicherheit eines der am besten durchorganisiertesten Barcamps in Deutschland. Und selbst das schadet dem Barcamp nicht. Dass ich mal vegetarisches Chili essen würde und mir das auch noch schmeckt – auch ich werde 2015 noch auf Barcamps überrascht.

Wie immer bleibt festzuhalten: Ohne Sponsoren wäre so ein Barcamps sehr schwierig, daher meinen herzlichen Dank an alle, die das ermöglicht haben!

Sponsoren des Barcamp Hamburg 2015
Sponsoren des Barcamp Hamburg 2015

Die Links reiche ich hoffentlich kurzfristig nach zu den Sponsoren.

Weitere Beiträge und Slides der Teilgeber findest Du auf der Dokuseite Barcamp Hamburg 2015 bei tixxt.


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